Deutschland steht im EM-Finale

Foto: Claudia Pauli
Foto: Claudia Pauli

Revanche geglückt, Finale erreicht, EM-Silber sicher: Zwei Tage nach ihrer 0:5-Niederlage gegen Russland in der Vorrunde der Mixed-Team-EM 2019 in Kopenhagen/Dänemark (13. bis 17. Februar) bezwang die deutsche Badminton-Nationalmannschaft die Osteuropäer am Samstag im Halbfinale (16. Februar) mit 3:1. In der K.-o.-Runde wird jede Partie beendet, sobald eine Mannschaft drei Matches gewonnen hat.

„Wir haben aus dem ersten Spiel gegen Russland gelernt. Die Spieler haben dies super umgesetzt, wir sind super stolz“, meinte Detlef Poste, der Chef-Bundestrainer des Deutschen Badminton- Verbandes (DBV). DBV-Sportdirektor Martin Kranitz ergänzte: „Ich glaube, besser kann man eine Revanche nicht spielen, als wir es heute gemacht haben. In allen vier Spielen waren unsere Leute auf einem guten Level. Sie waren top vorbereitet und haben alles top durchgezogen, auch im Herreneinzel.“


Im Finale am Sonntag (17. Februar, 14.00 Uhr) trifft Deutschland auf den Gewinner der Vorschlussrundenpartie zwischen Titelverteidiger und EM-Gastgeber Dänemark und den Niederlanden.


Für einen optimalen Start in die Begegnung mit Russland sorgten Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim): Die Weltranglisten-18. im Mixed verbuchten gegenüber der normalweise nicht zusammenspielenden Paarung Vladimir Ivanov/Ekaterina Bolotova einen klaren 22:20, 21:10-Erfolg. „Wir waren taktisch ganz gut aufgestellt. Da Deutschland hier ja schon mal gegen sie gespielt hat, wussten wir, was kommt. Wir haben unsere Taktik gut durchgezogen, es hat viel geklappt und wir sind sehr zufrieden. Natürlich sind wir froh, dass wir den Auftaktsieg holen konnten. Der Start ist immer wichtig. Hier ist heute in jedem Spiel was drin“, meinte Isabel Herttrich.


Anschließend musste sich Kai Schäfer (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 104) nach einer Spielzeit von 66 Minuten dem in der Weltrangliste 43 Plätze vor ihm geführten Vladimir Malkov (Weltranglistenplatz 61) knapp mit 13:21, 21:14, 16:21 geschlagen geben. Der Russe konnte seinen dritten Matchball verwandeln und so den 1:1-Zwischenstand herstellen. „Das war eine starke Leistung von Kai, aber Respekt vor Vladimir Malkov! Ab der Mitte des dritten Satzes hat er nochmal den Druck erhöht“, so Chef-Bundestrainer Detlef Poste.

Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) brachte den amtierenden EM-Dritten Deutschland im nachfolgenden Dameneinzel erneut in Führung: Mit 17:21, 21:16, 21:17 bezwang die 20 Jahre alte Deutsche Meisterin die aktuelle  Vizeeuropameisterin Evgeniya Kosetskaya, der sie zwei Tage vorher – in der Gruppenphase – noch in zwei Sätzen unterlegen war. „Es ist natürlich schwierig, wenn man vorgestern gegen sie verloren hat – und das glatt in zwei Sätzen. Heute war es fast ähnlich wie im ersten Spiel gegen sie, fast noch schlimmer. Aber irgendwie habe ich das Spiel gedreht … Einige gute Punkte, einige Fehler von ihr, so habe ich ihr den zweiten Satz ‚geklaut‘“, sagte Yvonne Li nach ihrem Sieg strahlend. Die Studentin fügte hinzu: „Das Team ist unglaublich. Es hat mich immer weiter angefeuert, auch wenn ich 11:16 zurücklag. Es ist cool, dass ich etwas zurückgeben und das Spiel gewinnen konnte.“


Den dritten Punkt, gleichbedeutend mit dem Gesamtsieg, steuerten Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) bei: Als Nummer 29 der Weltrangliste im Herrendoppel behielten sie gegenüber den Weltranglisten-22. Vladimir Ivanov/Ivan Sozonov mit 21:14, 21:19 die Oberhand. Damit nahmen auch sie Revanche: In der Vorrunde mussten sich die DBV-Asse den Osteuropäern noch hauchdünn mit 13:21, 21:13, 25:27 geschlagen geben. Nachdem Mark Lamsfuß und Marvin Seidel ihren ersten Matchball genutzt hatten, stürmten ihre Teamkolleginnen und -kollegen jubelnd auf das Spielfeld, umarmten einander und feierten den Einzug ins Endspiel.

Claudia Pauli
(Pressesprecherin DBV)

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