Nach WM-Aus: Wie geht es weiter Lin Dan?

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

 

Auch in diesem Jahr richteten sich wieder viele Blicke der WM-Zuschauer auf den fünfmaligen Champion Lin Dan, doch auch in diesem Jahr muss der Seriensieger schon früh die Segel streichen. Nachdem er in Runde 1 nach Satzrückstand gegen Vietnams Tien Minh Nguyen noch das Ruder herumreißen konnte, war heute gegen Indiens Prannoy H.S. mit 11:21 21:13 7:21 im zweiten Spiel Schluss.

 

 

Wie schon so häufig in letzter Zeit war der Matchverlauf aus Zuschauersicht nur schwer nachzuvollziehen. Nach deutlichem ersten Satz für Prannoy, dominierte Lin Durchgang zwei und alles machte den Anschein, dass er nun seinen Gegner im Griff hat. Das krasse Gegenteil war jedoch der Fall. Im Entscheidungssatz, gab es lediglich zu Beginn noch einige umkämpfte Ballwechsel, spätestens ab dem Seitenwechsel kam aber kaum noch Gegenwehr von Seiten des Chinesen.

 

„Natürlich hat er (Prannoy) ein super Spiel gemacht. Am Ende haben mir aber einfach die Kräfte gefehlt, da ich nach dem langen Spiel gestern kaum Zeit zum regenerieren hatte“, so der Doppelolympiasieger nach dem frühen Turnieraus.

 

 

Auch wenn im kommenden Jahr wegen der olympischen Spiele keine WM ausgetragen wird, ließ Lin Dan jedoch offen  ob es sein letzter WM-Auftritt war. "Ich möchte weiterhin für meine Fans spielen und denke aktuell noch nicht an ein Karriereende", so Lin kämpferisch. "Mein großes Ziel sind weiter die olympischen Spiele in Tokio 2020", fügte er hinzu. 

 

Chinesische Konkurrenz auch am straucheln:

Maximal zwei chinesische Spieler können die Qualifikation für Olympia schaffen, sofern beide am Stichtag unter den Top 16 der Weltrangliste liegen. Chinas aussichtsreichster Kandidat scheint der Weltranglistendritte Shi Yuqi zu sein, der aktuell jedoch wegen einer Knöchelverletzung außer Gefecht gesetzt ist. Der amtierende Olympiasieger Chen Long dürfte für Lin Dan Hauptkonkurrent im Kampf um die Qualifikation sein, läuft seiner Form derzeit aber auch hinterher. 

 

Nach den frühen Niederlagen auf der ganz großen Bühne in den letzten Wochen und Monaten könnte der Chinese nun auf einem anderen Weg versuchen, an Weltranglistenpunkte zu kommen. Kommende Woche steht er in der Meldeliste für das International Series Turnier in Weißrussland, eine Turnierkategorie bei dem man den wohl besten Herreneinzelspieler aller Zeiten schon lang nicht mehr angetroffen hat. Ob er dort auch wirklich starten wird ist unklar, nach dem frühen Aus in Basel wäre es aber durchaus denkbar.

 

Red

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