SaarLorLux Open: Halbfinale mal drei

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Saarbrücken. Das Feld wird dünner, die Spreu trennt sich vom Weizen. Bei den SaarLorLux Open in der Saarbrücker Saarlandhalle stehen die Halbfinalspiele vor der Tür. Insgesamt dreimal werden die Athleten des Deutschen Badminton Verbands (DBV) am Samstag um den Einzug ins Endspiel kämpfen. Neben Yvonne Li im Dameneinzel setzten sich auch zwei Doppelpaarungen im Viertelfinale durch. Peter Käsbauer und Jones Jansen sowie Isabel Herttrich und Linda Efler halten den Traum vom ersten deutschen Turniersieg seit 2013 am Leben.

Beide Doppel sorgten dabei für Spannung bis zum letzten Ballwechsel. Herttrich und Efler behielten besonders im ersten Satz die Nerven, als sie einen 9:14-Rückstand mit einer grandiosen Serie in eine 16:14-Führung drehten. Später wehrten sie zudem zwei Satzbälle ab und sicherten sich mit 25:23 den ersten Durchgang gegen Jia Huang und Shu Xian Zhang aus China. Im zweiten Satz ergriffen die Deutschen Meisterinnen ab Mitte des Satzes die Führung und gaben diese auch nicht mehr aus der Hand. Mit 21:18 zogen Herttrich und Efler ins Halbfinale ein. Dort treffen sie auf die englische Paarung Chloe Birch und Lauren Smith.


Noch enger ging es im Herrendoppel zu. Peter Käsbauer und Jones Jansen gingen gegen die an Position vier gesetzten Schotten Alexander Dunn und Adam Hall über die volle Distanz und entschieden einen wahren Badminton-Krimi letztlich mit 28:26, 19:21 und 21:19 für sich. Besonders der erste Durchgang sorgte bei den Heim-Fans in der Saarlandhalle für Schweißausbrüche. Käsbauer und Jansen wehrten insgesamt vier Satzbälle ab, ehe sie selbst zum 28:26 verwandelten. Am Samstag geht es gegen die chinesische Paarung Zi Jian Di und Chang Wang um den Einzug ins Endspiel.


Yvonne Li nicht zu stoppen
Auch im Dameneinzel lief aus deutscher Sicht alles nach Plan. „Ich war heute schnell auf den Beinen, die Abwehr stand ganz gut. Ich habe mich heute einfach gut gefühlt“, freute sich Yvonne Li über ihren souveränen 21:12 und 21:13-Erfolg gegen Natalya Voytsekh aus der Ukraine. Morgen trifft die Deutsche Einzelmeisterin auf Vize-Jugendweltmeisterin Line Christophersen aus Dänemark. „Ich habe gegen sie bisher einmal knapp gewonnen und einmal knapp verloren. Hoffentlich wird es morgen auch ein interessantes Spiel“, erklärte Li nach dem Spiel.


Deutsche Mixed und Herreneinzel scheitern
Doch nicht alle deutschen Viertelfinalisten packten den Sprung ins Halbfinale. Mit Marvin Seidel und Linda Efler verabschiedeten sich die deutschen Mitfavoriten auf den Turniersieg im Mixed aus dem Turnier. Beim 18:21 und 19:21 gegen die Chinesen Wei Jie Dong und Xiao Fei Chen lief es zu keinem Zeitpunkt so wirklich rund. „Das war ein komisches Spiel. Wir haben nicht zu 100 Prozent unser Top-Level abrufen können“, suchte ein sichtlich enttäuschter Marvin Seidel nach Erklärungen. „Am Ende ist es echt ärgerlich, wenn man dann einige Chancen vergibt. So gewinnt man leider keine Spiele“, resümierte der Saarländer.


Auch Max Weißkirchen erwischte heute im Herreneinzel keinen Sahnetag. Mit 13:21 und 16:21 endete die Partie gegen den Inder Sen Lakshya schneller als von ihm erhofft. „Ich kam nicht so gut ins Spiel rein. Er war heute einfach präsenter auf dem Feld. Bei 12:10 im zweiten Satz mache ich ein paar Fehler, da konnte er sich absetzen. Das war ein bisschen blöd“, so Weißkirchen.


Endstation für Überraschungs-Duos
Mit Patrick Scheiel und Franziska Volkmann sowie Felix Hammes und Christopher Klauer hatte der DBV noch zwei Überraschungs-Viertelfinalisten im Rennen. Scheiel und Volkmann verkauften sich im Mixed teuer gegen Xin Wa Guo Shu Xian Zhang aus China. Mit 15:21 und 16:21 zogen sie dennoch den Kürzeren. „Wir waren ganz gut im Spiel, haben dann in den entscheidenden Phasen zu viele leichte Punkte abgegeben. Wenn wir da locker bleiben, können wir sie vielleicht noch ein bisschen ärgern“, zog Scheiel sein Fazit.


Eine kleine Lehrstunde gab es im Herrendoppel für Christopher Klauer und Felix Hammes. Die jungen Einzelspezialisten waren in den Tagen zuvor selbst von ihrer starken Performance überrascht – im Viertelfinale waren Mathias Bay-Smidt und Lasse Mølhede aus Dänemark eine Nummer zu groß. Mit 12:21 und 9:21 endete für Hammes und Klauer eine dennoch unvergessliche Turnierwoche. „Eigentlich dachte ich, dass ich am Donnerstag wieder in der Uni sitze. Dass wir dann am Freitag noch im Turnier sind, war schon richtig geil“, erklärte Felix Hammes mit breitem Grinsen.

 

Weitere Informationen zu den SaarLorLux Open finden Sie auf unserer Website unter www.saarlorlux-open.de.