
Last updated: July 28, 2026
Quick Answer: Die kleinen Dreiecke mit Zahlen von 1 bis 7 auf der Unterseite von Plastikbehältern sind sogenannte Harz-Identifikationscodes (RIC). Sie zeigen an, aus welchem Kunststoff ein Produkt besteht, nicht ob es tatsächlich recycelt wird. Welche Kunststoffe in Deutschland wirklich recycelt werden, hängt von der lokalen Infrastruktur und dem jeweiligen Entsorgungssystem ab.
Key Takeaways
- 🔢 Die Zahlen 1-7 im Recycling-Dreieck identifizieren den Kunststofftyp, keine Recyclinggarantie.
- ♻️ Codes 1 (PET) und 2 (HDPE) sind am häufigsten recycelbar und werden in Deutschland gut verwertet.
- ⚠️ Code 3 (PVC) und Code 6 (PS/Styropor) gelten als problematisch und sollten nicht in die Gelbe Tonne.
- 🌿 Code 7 ist eine Sammelkategorie für alle anderen Kunststoffe, darunter Bioplastik und Polycarbonat.
- 🗑️ Falsch sortierter Kunststoff landet oft in der Verbrennung oder verschmutzt ganze Recyclingchargen.
- 🇩🇪 In Deutschland sind Recycling-Codes für viele Verpackungen gesetzlich vorgeschrieben.
- 🔍 Das Symbol allein sagt nichts darüber aus, ob dein lokales Recyclingsystem den Kunststoff tatsächlich verarbeitet.
- ✅ Die sicherste Faustregel: Flaschen und Verpackungen aus PET (1) und HDPE (2) gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
Was bedeuten die Zahlen in den Recycling-Symbolen auf Plastik?
Die Zahlen im Recycling-Dreieck stehen für einen bestimmten Kunststofftyp, nicht für einen Recyclingprozess. Das System wurde 1988 von der Society of the Plastics Industry (SPI) in den USA entwickelt und wird heute weltweit verwendet, um die Sortierung von Kunststoffabfällen zu erleichtern.
Hier ist eine Übersicht aller sieben Codes:
| Code | Abkürzung | Kunststoffname | Typische Produkte |
|---|---|---|---|
| 1 | PET | Polyethylenterephthalat | Wasserflaschen, Softdrinkflaschen |
| 2 | HDPE | Hochdichtes Polyethylen | Shampooflaschen, Milchkannen |
| 3 | PVC | Polyvinylchlorid | Rohre, Folien, Kabelummantelungen |
| 4 | LDPE | Niedrigdichtes Polyethylen | Plastiktüten, Frischhaltefolie |
| 5 | PP | Polypropylen | Joghurtbecher, Medikamentenbehälter |
| 6 | PS | Polystyrol/Styropor | Einwegbecher, Verpackungsschalen |
| 7 | OTHER | Sonstige/Mischkunststoffe | Babyflaschen, Bioplastik, CDs |
Wichtig: Das Dreieck mit Pfeilen sieht aus wie das universelle Recycling-Symbol, bedeutet aber nicht automatisch, dass der Behälter recycelt wird. Es ist eher ein Identifikations-Etikett für Sortiersysteme.

Unterschied zwischen den verschiedenen Kunststoff-Codes 1 bis 7
Jeder Code steht für einen Kunststoff mit eigenen chemischen Eigenschaften, Schmelzpunkten und Recyclingwegen. Das ist der Kern der Antwort auf die Frage, was bedeuten die Recycling-Codes auf der Unterseite von Plastikbehältern.
Code 1, PET: Einer der am häufigsten recycelten Kunststoffe weltweit. PET-Flaschen werden in Deutschland über das Pfandsystem gesammelt und zu neuen Flaschen oder Textilfasern verarbeitet.
Code 2, HDPE: Robuster, steifer Kunststoff. Wird gut recycelt und zu Rohren, Gartenmöbeln oder neuen Behältern verarbeitet.
Code 3, PVC: Enthält Chlor und kann bei der Verbrennung giftige Dioxine freisetzen. Wird in Deutschland kaum recycelt und ist in Verpackungen zunehmend verboten.
Code 4, LDPE: Weiche, flexible Folien und Tüten. Technisch recycelbar, aber viele Sammelsysteme nehmen Folien nicht an, weil sie Maschinen verstopfen.
Code 5, PP: Hitzebeständig und lebensmittelsicher. Wird zunehmend recycelt, aber weniger effizient als PET oder HDPE.
Code 6, PS: Polystyrol (Styropor) ist leicht, aber schlecht recycelbar. Viele Kommunen nehmen es nicht an.
Code 7, OTHER: Alles, was in keine andere Kategorie passt. Darunter Polycarbonat (PC), ABS, Bioplastik wie PLA oder Mischkunststoffe.
Welche Kunststoffarten sind recycelbar und welche nicht?
In Deutschland werden vor allem PET (Code 1), HDPE (Code 2) und zunehmend PP (Code 5) gut recycelt. PVC (Code 3), PS (Code 6) und die meisten Materialien unter Code 7 sind entweder schwer zu recyceln oder werden im Alltag kaum verwertet.
Gut recycelbar in Deutschland:
- ✅ Code 1 (PET): Pfandflaschen, Einwegflaschen
- ✅ Code 2 (HDPE): Shampooflaschen, Reinigungsmittelflaschen
- ✅ Code 5 (PP): Joghurtbecher, Schraubdeckel
Problematisch oder kaum recycelbar:
- ❌ Code 3 (PVC): Giftige Verbrennungsprodukte, kaum Infrastruktur
- ❌ Code 6 (PS): Styropor wird in den meisten Kommunen nicht angenommen
- ⚠️ Code 4 (LDPE): Folien verstopfen Sortieranlagen
- ⚠️ Code 7 (OTHER): Zu heterogen für einheitliche Verwertung
Faustregel: Wenn du dir unsicher bist, schau auf die Verpackungshinweise oder die Website deiner lokalen Entsorgungsgesellschaft.
Kann ich Plastik mit Code 3 oder 6 in die Gelbe Tonne werfen?
Nein, Code 3 (PVC) und Code 6 (PS/Styropor) sollten in der Regel nicht in die Gelbe Tonne. Diese Materialien können Recyclingchargen verunreinigen oder lassen sich mit den gängigen Sortierverfahren nicht wirtschaftlich verwerten.
PVC enthält Chlorverbindungen, die bei der Verarbeitung Probleme verursachen. Styropor (PS) ist zwar technisch recycelbar, aber viele deutsche Entsorgungsbetriebe haben keine geeigneten Anlagen dafür. Styropor-Verpackungsblöcke aus Elektrogeräten können manchmal beim Wertstoffhof abgegeben werden, aber das gilt nicht flächendeckend.
Praxistipp: Schau auf der Website deines kommunalen Entsorgungsbetriebs nach, was in deiner Region konkret angenommen wird. Die Regeln unterscheiden sich von Stadt zu Stadt.
Warum haben manche Plastikflaschen kein Recycling-Symbol?
Nicht jedes Plastikprodukt muss in Deutschland ein Recycling-Symbol tragen. Die Kennzeichnungspflicht gilt primär für Verpackungen, die unter die Verpackungsverordnung bzw. das Verpackungsgesetz (VerpackG) fallen. Kleinere Produkte, Industrieverpackungen oder ältere Artikel können ohne Symbol sein.
Außerdem: Manche Hersteller drucken das Symbol bewusst klein oder lassen es weg, wenn es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Das bedeutet nicht, dass das Material nicht identifizierbar wäre, nur dass keine Kennzeichnungspflicht bestand.
Welcher Kunststoff-Code ist am umweltfreundlichsten?
Code 1 (PET) und Code 2 (HDPE) gelten als am umweltfreundlichsten, weil für sie die beste Recyclinginfrastruktur existiert und sie tatsächlich in hohen Mengen wiederverwertet werden. Ein Kunststoff ist nur dann umweltfreundlich, wenn er auch wirklich recycelt wird.
Bioplastik unter Code 7 klingt grüner, ist es aber oft nicht. Viele Bioplastik-Sorten wie PLA zersetzen sich nur unter industriellen Kompostierbedingungen und gehören weder in den Biomüll noch in die Gelbe Tonne.
Wähle Code 1 oder 2, wenn du zwischen Verpackungsoptionen wählen kannst und Recycling ein Entscheidungskriterium ist.
Recycling-Code 7: Was ist das und wo kommt es hin?
Code 7 ist eine Auffangkategorie für alle Kunststoffe, die nicht in die Codes 1-6 passen. Dazu gehören Polycarbonat (PC), ABS, Nylon, Biopolymere wie PLA sowie Mischkunststoffe.
Diese Materialien landen meist im Restmüll oder werden thermisch verwertet (verbrannt). Eine werkstoffliche Wiederverwertung ist selten möglich, weil die Zusammensetzung zu unterschiedlich ist.
Ausnahme: Einige Kommunen und Rücknahmesysteme nehmen bestimmte Code-7-Materialien an, zum Beispiel Hartkunststoffe aus Elektrogeräten über den Wertstoffhof.
Kann ich alle Kunststoffe zusammen recyceln oder muss ich trennen?
In Deutschland musst du Kunststoffverpackungen nicht nach Code trennen, bevor du sie in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack wirfst. Die Sortierung übernehmen automatisierte Anlagen (Nahinfrarot-Sortierung), die die verschiedenen Kunststofftypen erkennen und trennen.
Was du aber tun solltest:
- Verpackungen leerspülen, Lebensmittelreste verunreinigen Recyclingchargen.
- Verbundmaterialien trennen, wenn möglich (z. B. Aludeckel vom Joghurtbecher).
- Keine Folien in die Gelbe Tonne, wenn dein Entsorgungsbetrieb das nicht akzeptiert.
- Styropor separat zum Wertstoffhof bringen.

Was passiert mit Plastik, das ich falsch in den Müll werfe?
Falsch sortierter Kunststoff kann ganze Recyclingchargen unbrauchbar machen. Wenn zum Beispiel PVC in eine PET-Charge gerät, sinkt die Qualität des recycelten Materials so stark, dass es nicht mehr für neue Produkte verwendet werden kann.
Falsch entsorgter Kunststoff endet dann in der Müllverbrennung oder, im schlimmsten Fall, als Sondermüll. Das kostet Geld und verschwendet Ressourcen, die eigentlich wiederverwertet werden könnten.
Häufiger Fehler: Plastikbeutel und Folien in die Gelbe Tonne werfen. Sie wickeln sich um Sortierbänder und verursachen teure Maschinenstillstände.
Sind Recycling-Codes in Deutschland Pflicht?
Ja, für viele Verpackungen sind Kennzeichnungen gesetzlich vorgeschrieben. Das Verpackungsgesetz (VerpackG), das 2019 in Kraft trat und seitdem mehrfach aktualisiert wurde, verpflichtet Hersteller und Inverkehrbringer von Verpackungen zur Beteiligung an dualen Systemen und zur entsprechenden Kennzeichnung.
Die Recycling-Codes selbst (RIC-Codes) sind in der EU durch die Entscheidung 97/129/EG geregelt, die Kunststoffkennzeichnungen für Verpackungen vorschreibt. Nicht jedes Plastikprodukt fällt darunter, aber Verpackungen im Konsumbereich in der Regel schon.
Wie hat sich die Kunststoff-Recycling-Klassifizierung im Laufe der Zeit geändert?
Das ursprüngliche System mit den Codes 1-7 wurde 1988 von der SPI in den USA eingeführt. Seitdem hat sich wenig an den Grundcodes geändert, aber die Rahmenbedingungen haben sich stark gewandelt.
In der EU wurden die Anforderungen durch die Einwegkunststoffrichtlinie (2019/904) verschärft, die bestimmte Einwegplastikprodukte verbietet. In Deutschland hat das VerpackG 2019 die Recyclingquoten erhöht und die Herstellerverantwortung gestärkt. Ab 2026 gelten in der EU neue Mindestanforderungen für Rezyklat-Anteile in bestimmten Verpackungen.
Die Klassifizierung selbst ist also stabil, aber was mit den einzelnen Codes passiert, ändert sich mit der Gesetzgebung und der verfügbaren Infrastruktur.
Wie erkenne ich, ob Plastik wirklich recycelt wird?
Das Recycling-Symbol allein reicht nicht als Beweis. In Deutschland gibt es einige verlässliche Indikatoren:
- Der Grüne Punkt auf einer Verpackung zeigt, dass der Hersteller an einem dualen System teilnimmt, bedeutet aber nicht, dass das Produkt recycelt wird.
- Pfandflaschen (PET, Code 1) werden mit über 97 % Rücklaufquote tatsächlich recycelt (Quelle: Deutsche Umwelthilfe, 2023).
- Zertifizierungen wie der Blaue Engel für recyclingfähige Verpackungen geben verlässlichere Auskunft.
- Lokale Entsorgungsinfos: Die Abfallwirtschaftsbetriebe vieler Kommunen veröffentlichen, welche Materialien wirklich verwertet werden.
Gibt es Kunststoffe, die man nicht recyceln sollte?
Ja. Manche Kunststoffe sollten aus Sicherheits- oder Umweltgründen nicht in den normalen Recyclingkreislauf. Dazu gehören:
- PVC (Code 3): Kann bei Verarbeitung Schadstoffe freisetzen.
- Polycarbonat (Code 7/PC): Kann Bisphenol A (BPA) enthalten, was bei der Wiederverwertung zu Problemen führt.
- Kontaminierte Verpackungen: Behälter mit Farb-, Chemikalien- oder Lösungsmittelresten gehören zum Sondermüll.
- Medizinische Kunststoffabfälle: Spritzen, Infusionsschläuche usw. sind Sondermüll und dürfen nicht in die Gelbe Tonne.
FAQ: Recycling-Codes auf Plastik
Was bedeutet das Dreieck mit einer Zahl auf Plastik?
Es ist ein Harz-Identifikationscode (RIC), der angibt, aus welchem Kunststoff das Produkt besteht. Er sagt nichts darüber aus, ob das Material tatsächlich recycelt wird.
Welche Zahl auf Plastik ist am besten recycelbar?
Code 1 (PET) und Code 2 (HDPE) werden in Deutschland am zuverlässigsten recycelt, vor allem über das Pfandsystem und die Gelbe Tonne.
Kann ich Code-5-Behälter (PP) in die Gelbe Tonne werfen?
Ja, PP-Verpackungen wie Joghurtbecher gehören in die Gelbe Tonne. Reinige sie vorher kurz aus.
Was mache ich mit Styropor (Code 6)?
Styropor-Verpackungsblöcke zum Wertstoffhof bringen. Kleine Styroporreste gehören in den Restmüll.
Ist Bioplastik (oft Code 7) besser für die Umwelt?
Nicht unbedingt. Viele Bioplastik-Sorten zersetzen sich nur unter industriellen Bedingungen und sind im normalen Recyclingsystem nicht verwertbar.
Warum steht auf manchen Plastikprodukten kein Recycling-Code?
Nicht alle Plastikprodukte unterliegen der Kennzeichnungspflicht. Industrieverpackungen, ältere Produkte oder Artikel unterhalb bestimmter Größengrenzen können ohne Code sein.
Muss ich Plastik nach Code sortieren, bevor ich es wegwerfe?
Nein. In Deutschland sortieren automatisierte Anlagen die verschiedenen Kunststofftypen. Du musst nur zwischen Gelber Tonne (Verpackungen) und Restmüll unterscheiden.
Was bedeutet der Grüne Punkt auf Verpackungen?
Er zeigt, dass der Hersteller eine Lizenzgebühr an ein duales Entsorgungssystem gezahlt hat. Er ist keine Garantie dafür, dass die Verpackung recycelt wird.
Sind alle Recycling-Codes weltweit gleich?
Die Codes 1-7 sind international weit verbreitet, aber die Recyclinginfrastruktur und die gesetzlichen Anforderungen unterscheiden sich stark von Land zu Land.
Kann ich Code-4-Folien (LDPE) in die Gelbe Tonne werfen?
Das hängt von deiner Kommune ab. Viele Anlagen nehmen Folien nicht an, weil sie Maschinen blockieren. Im Zweifel beim lokalen Entsorgungsbetrieb nachfragen.
Fazit: So nutzt du Recycling-Codes richtig
Die Antwort auf die Frage, was bedeuten die Recycling-Codes auf der Unterseite von Plastikbehältern, ist einfacher als gedacht: Sie identifizieren den Kunststofftyp, sind aber keine Recyclinggarantie. Das Dreieck mit der Zahl ist ein Werkzeug für Sortiersysteme, kein Qualitätssiegel.
Deine konkreten nächsten Schritte:
- Merke dir die wichtigsten Codes: 1 und 2 in die Gelbe Tonne, 3 und 6 in den Restmüll oder Wertstoffhof.
- Spüle Verpackungen kurz aus, bevor du sie entsorgst.
- Prüfe die Website deines kommunalen Entsorgungsbetriebs für lokale Besonderheiten.
- Kaufe bevorzugt Produkte mit Code 1 oder 2, wenn du zwischen Verpackungsoptionen wählen kannst.
- Sondermüll (Code 3, kontaminierte Behälter, Medizinabfälle) niemals in die Gelbe Tonne.
Wer die Codes versteht, kann mit wenig Aufwand viel bewirken. Denn korrekt sortierter Kunststoff ist tatsächlich eine wertvolle Ressource, die in neuen Produkten weiterlebt.
Quellen
- Society of the Plastics Industry (SPI): Einführung des Harz-Identifikationssystems, 1988
- Europäische Kommission: Entscheidung 97/129/EG zur Kennzeichnung von Verpackungsmaterialien, 1997, eur-lex.europa.eu
- Verpackungsgesetz (VerpackG) Deutschland, 2019, gesetze-im-internet.de
- Einwegkunststoffrichtlinie der EU 2019/904, 2019, eur-lex.europa.eu
- Deutsche Umwelthilfe: Pfandsystem Rücklaufquoten, 2023, duh.de
- Umweltbundesamt: Kunststoffabfälle in Deutschland, 2022, umweltbundesamt.de
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